Was ist Demenz? Allgemeine Informationen zu Demenz
Was bedeutet es überhaupt, an Demenz zu leiden?
Eine typische Verhaltensweise von Demenzkranken ist ein Drang zum Weglaufen. Diese Menschen verlieren dann die Orientierung irren geschwächt umher, verletzen und gefährden sich und andere. Um dies zu verhindern, werden die Betroffenen oftmals fixiert.
Hilfe für Demenz- und Alzheimerkranke, Angehörige und Pflege- einrichtungen
Alzheimer ist eine Krankheit, die bei Personen auftreten kann, die meist über 65 Jahre alt sind. Symptome sind Gedächtnisverlust und Desorientierung. Leider ist diese Krankheit keine Seltenheit. Experten gehen davon aus, dass ca. 24 Millionen Menschen von dieser Krankheit betroffen sind.
Erste Anzeichen für Demenz oder Alzheimer:
- Es werden immer wieder die gleichen Fragen gestellt.
- Ein Erkrankter erzählt immer wieder die gleiche kurze Geschichte.
- Alltägliche Aufgaben wie Kochen, Waschen o. Ä. können nicht mehr verrichtet werden.
- Gegenstände werden verlegt und nicht wieder gefunden.
- Der Erkrankte vernachlässigt sein äußeres Erscheinungsbild.
- Der Erkrankte findet sich nicht mehr zurecht.
Risikogruppe für Fixierung sind alte Menschen mit:
- kognitiver Beeinträchtigung oder Demenz
- Mobilitätseinschränkung und Sturzgefahr
- Pflegebedürftigkeit und Inkontinenz
- Fordernden Verhaltensweisen
Also exakt die Patienten gerontopsychiatrischer Stationen oder die Mehrheit der Bewohner in Pflegeheimen.
Ausmaß und (Todes-)Folgen von Fixierung
Fünf bis zehn Prozent aller Heimbewohner in Deutschland werden mit Gurten in ihrer Bewegung drastisch eingeschränkt. 20 bis 30 Prozent werden mit anderen Mitteln - etwa mit Gittern - am Aufstehen gehindert. Klie 2006, Symposium „ReduFix, Stuttgart.
Empfehlungen der Deutschen Alzheimergesellschaft bei Unruhe:
- Gleiche Rechte wie Gesunde, z.B. auf Freiheit
- Vertraute Umgebung
- Klare, gleich bleibende Tagesstruktur
- Bewegung
- Sturzgefahr beachten
- Technische Hilfen usw.
Ausschnitt aus: www.deutsche-alzheimer.de
Vorbemerkungen zum „Weglaufen“
- Es gibt keine verlässlichen Statistiken über Todesfälle durch Sich-Verlaufen bzw. Weglaufen.
- Oft laufen die Bewohner zum „Haus der Kindheit“ und können dort gefunden werden.
- Demenz ist Lebensrisiko.
- Menschen ermutigen, per Verfügung zu erklären, wie sie im Falle von Demenz betreut werden wollen.
- Spezifische Medikamente gegen Weglaufen gibt es nicht.
- Angst bei Familien und Pflegenden nicht unterschätzen (Verantwortung, Sorge für Sicherheit)
Alternativen bei „Weglaufen“
- Areal großzügig eingrenzen, so dass die Freiheitseinschränkung erst spät eintritt (Modell „Demenz-Dorf“).
- Technische Ortung zum Wiederfinden abends einrichten, s.o.
- Laienhelfer, Zivis etc. einbeziehen, die für Wanderungen in Begleitung sorgen.
- Weglaufen tolerieren, Adress-Armband, Nachbarn, Polizei etc. informieren.
- In einer Gemeinde für Demenz akzeptierende Atmosphäre sorgen.
